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CMC

Korrektur der Deltas

in Abhängigkeit von der Lage des Standards im CIELAb-Raum
Die Unstimmigkeiten des CIELAB-Systems können mit der sogenannten CMC-Formel zumindest gemildert werden. DIE CMC-Formel war der erste (zumindest publizierte) von einer Reihe von Versuchen, ausgehend von den CIELAB-Differenzen durch Korrekturfaktoren bei den Komponenten ∆L, ∆C und ∆H die erforderlichen Verzerrungen anzubringen.
"CMC" steht für "Colour Measurement Commitee of English Dyers & Colourists Society"
Der Formalismus wurde 1984 publiziert:
Clarke, McDonald, Rigg, JSDC,100 ,1984, S.128 u. 281

Die "Bestandteile" von ∆E, nämlich ∆L, ∆C und ∆H werden durch Korrekturfaktoren SL , SC und Sh dividiert, welche bei ∆L und ∆C von der Größe der entsprechenden Absolutwerte abhängen. Im Prinzip sind SL usw. Hyperbelfunktionen, welche dafür sorgen, dass ∆L und ∆C um so stärker zählen, je dunkler und unbunter (grauer) die Farben sind.
∆H wird ebenfalls mit steigendem Chroma abgewertet. Zusätzlich erfolgt eine Korrektur in Abhängigkeit von der Lage im Farbenkreis.

Korrektur der Delta-E-Komponenten

Von den Vätern der CMC-Formel (aus der Textilindustrie) wurde l=2 (Helligkeits-Dämpfung) vorgeschlagen und c = 1

Korrektur der L-Differenz

Wenn das überstrichene L > 16, gilt nebenstehende Formel.
Sonst ist SL konstant = 0,551.
Mit dieser Korrektur werden ∆ L-Werte bei sehr dunklen Farben beinahe 200% stärker bewertet!
Im Endeffekt impliziert die Korrektur der ∆L-Werte durch SL die Aussage, dass die Funktion L(Y) in CIELAB nicht so konkav ist, wie sie für ∆L-Bewertungen sein sollte.
Ein Blick in den RAL-Design-Atlas , wo eine L-Grau-Reihe enthalten ist, widerlegt allerdings diese Aussage! Die Graureihe erscheint durchaus gleichabständig gestuft!
Auch hier gilt der Befund, dass ein "gleichabständiges" Farbenordungssystem immer in Konflkte mit Bewertung kleiner Farbdifferenzen gerät.

Gewichtung von DL-Werten

in Abhängigkeit von der Absoluthelligkeit

In der Textilbranche wird meist als zusätzliche L-Gewichtung (eigentlich ist es eine "Dämpfung") l = 2 verwendet.
Auf nichttextilen Arbeitsgebieten wird l=1,3 bevorzugt.

Korrektur der C-Differenz

SC

Mit der Größe SC werden in der Nähe der Unbuntachse ∆C-Werte ca. 60% stärker gewichtet, wie das folgende Bild zeigt:

Abwertung des DC

bei brillanten Farben (hohes Chroma) wertet CMC bestehende DC-Werte ab

Korrektur der Bunttondifferenz

SH ist in komplizierterer Weise von dem mittleren h von Probe und Standard abhängig zusätzlich von SC und einer weiteren Funktion f von C.

Zunächst ist die Hue-abhängige Hilfsgröße T zu berechnen.
(h im Bogenmaß)
Wenn > 2.8234 und < 6.0213859 ist die Formel oben zu verwenden, ansonsten die untere.

Durch den Einfluß von SC werden gegebene ∆H in der Nähe der Unbuntachse stärker gewichtet , allerdings durch den Einfluß des Faktors f nicht so stark, wie mit SC alleine.

Schließlich ergibt sich der Dämpfungsfaktor SH

Wirkung des Dämpfungsfaktors SH

in Abhängigkeit von mittleren C von Probe und Standard sowie vin h

Betonung der Delta-H im Orangebereich

Delta-H wird nach CMC im Orangebereich und im Violettbereich verstärkt, - im Grün- bis Blaubereich und im Purpur- bis Rot-Bereich gedämpft.

Die Hue-Abhängigkeit der ∆H-Bewertung entspricht den Erfahrungen bei der Herstellung des RAL-Design-Farbenatlas. Dort sind im Orangebereich die Hue-Stufen halb so groß wie sonst - (5er- statt 10er Schritte von Seite zu Seite), weil die Bunttonunterscheidung eben in diesem Bereich stärker ist!
Die rote Linie gilt für C = 50. Bei diesem Chroma werden die ∆H-werte im Mittel auf 62% abgewertet.

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