1 Was ist Farbe? 2 Farbmetrik 3 CIELAB 4 Analytische FM 5 Farbrezeptierung 6 Diverse 7 EXCEL
Startseite 2 Farbmetrik

2 Farbmetrik


CIE-System Lichtarten&Metamerie Farbwertanteile

Farbspiele Links Kontakt Autor Sitemap

Remission oder Reflexion?

zwei Begriffe, die oft willkürlich und "unreflektiert" in gleicher Bedeutung verwendet werden. Rein sprachlich bedeutet
● remittieren = zurückschicken
● reflektieren = zurückbeugen, -werfen, (von Licht)

In beiden Fällen geht es anscheinend um den gleichen Vorgang, und es ist letztlich eine Frage der Konvention, mit welchem Inhalt man die Begriffe belegen will... falls für mehrere Sprachregelungen Bedarf besteht. Dieser ist offenbar stärker gegeben, als man denkt! So müßte z.B. sprachlich differenziert werden können zwischen dem Licht, das ein Körper "oberflächlich" gewissermaßen spiegelnd "abprallen" läßt und jenem, das mit den färbenden Substanzen im Innern des Körpers in Wechselwirkung gestanden hatte, was ja die Grundvoraussetzung für das farbige Aussehen eines Körpers ist.
In DIN 5036
"Strahlungsphysikalische und lichtechnische Eigenschaften von Materialien,
Meßverfahren für lichtechnische und spektrale strahlungsphysikalische Kennzahlen"
,
die auch maßgeblich ist für die Begriffe in DIN 5033, der grundlegenden
Farbmetriknorm, tauchen jedoch die Begriffe Remission und Remissiongrad überhaupt nicht mehr auf. Beide Arten des "Zurückstrahlens" heißen Reflexion, und es werden 9(!) verschiedene Bezeichnungen für den Reflexionsgrad und den Reflexionsfaktor, "das Verhältnis des zurückgestrahlten spektralen Strahlungsflusses zu dem auffallenden spektralen Strahlungsfluß", als Maß für die absolute Reflexionsfähigkeit eines Materials definiert, je nach Meßgeometrie mit teils griechischen, teils deutschen Abkürzungssymbolen und tiefgestellten Suffixen wie dif = diffus, k = konisch und g = gerichtet.
Mit Spektralphotometern messen wir jedoch gar nicht dieses Verhältnis, sondern gemäß
DIN 5036 einen Strahldichtefaktor ß, nämlich "das Verhältnis der Strahldichte des Materials zu der Strahldichte eines vollkommen mattweißen Materials bei Reflexion, das in gleicher Weise bestrahlt wird",
es wird also die von einer irgendwie beleuchteten Probe reflektierte Lichtintensität
verglichen mit der von einem Weißstandard reflektierten Energie. Dieses Verhältnis
wurde in der Ausgabe 1963 von DIN 5036 Remissionsgrad genannt, aber
fallengelassen, weil sich die Bezeichnung angeblich in der Praxis nicht durchgesetzt hat.

Die in der Farbmeßtechnik häufigsten Meßgeometrien liefern nach DIN 5036 Teil 3 folgende Größen:
* Strahldichtefaktor ß45/0 für Einstrahlung bei 45° und Messung der unter 0°
zurückgestrahlten Energie, (45°/0°-Geometrie)
* Strahldichtefaktor ß0/45 für die umgekehrte Geometrie
* Strahldichtefaktor ßd/0 für diffuse Beleuchtung von Probe bzw. Standard mittels
einer Ulbrichtschen Kugel und Beobachtung, d.h. Messung unter 0°, "der Winkel
zwischen Flächennormalen der Probe und der Achse des
Beobachtungsstrahlenbündels" dürfe 10° nicht überschreiten, d.h. die in der
farbmetrischen Praxis bewährte und oft unverzichtbare 8°/d-Geometrie bzw. deren
Umkehrung wird sozusagen innerhalb der Toleranzen zu der 0°/d-Geometrie
gesehen, obwohl sie, davon stark abweichende Ergebnisse bringen kann!

Messgeometrie Die wichtigsten Messgeometrien in der Qualitätskontrolle von farbigen Erzeugnissen oder der zur F...

Remission oder Reflexion? zwei Begriffe, die oft willkürlich und "unreflektiert" in gleicher Bedeutung verwendet werden. Re...

Remission und Remissionsgrad

Wir wollen im folgenden dankbar den freigewordenen Begriff Remission als Sammelbegriff einführen, (in Wirklichkeit lediglich das beibehalten, was ohnehin in der Farbmetrik gebräuchlich ist!) und ferner (ebenfalls praxisüblich) den Begriff "Remissionsgrad" mit der Abkürzung "R" unabhängig von der jeweiligen Meßgeometrie verwenden, "R" schreibt sich leichter als die griechischen Buchstaben! Wo es wichtig ist, werden die Meßbedingungen angemerkt. "Remission" ist nach unserer Definition das von einem Körper zurückgeworfene Licht, das mit den Farbmitteln im Körper in Wechselwirkung stand und eben deswegen farbig sein kann. Allerdings muß man sich immer darüber im Klaren sein, (das gilt auch für die Reflexionsgrade und Strahldichtefaktoren nach DIN 5036!) daß der Remissionsgrad sehr oft von einem je nach Meßgeometrie und Oberflächenglätte der Probe abhängigen Glanzanteil, also von Reflexion überlagert ist, der oft nur rechnerisch ausgeschaltet werden kann.

Reflexion

Mit "Reflexion" bezeichnen wir das spiegelnde "Abprallen" eines Lichtstrahls an der Oberfläche ohne Einfluß der in einem Körper enthaltenen färbenden Substanzen hinsichtlich Absorption und Streuung. (Als Reflektoren werden in der Physik bzw. Astronomie bestimmte Spiegel bezeichnet!) Diese Unterscheidung zwischen farbprägender Remission und oberflächlicher Reflexion ist für unsere Belange wichtiger, als Feinheiten in der Meßgeometrie durch die Bezeichnung der Meßgröße zum Ausdruck zu bringen.

Messgeometrien bei Mehrwinkel-Geräten

Die bei Effektlackierungen auftretenden goniochromatischen Effekte, d.h. die Abhängigkeit der Farbe vom Beobachtungswinkel können selbstverständlich nur mit Geräten erfaßt werden, die mit mehreren Beobachtungswinkeln messen können, sogenannte Goniospektralphotometer . Während man normalerweise lediglich Beleuchtungs- und Beobachtungswinkel wie z.B. bei der 45°/0°- Geometrie angibt, charakterisiert man die Meßbedingungen bei "Multiangle"-Geräten durch Angabe der Winkeldifferenz zwischen Beobachtungswinkel und Glanzwinkel. Die 45°/0° Geometrie entspräche bei Mehrwinkelgeräten also einer Beobachtungsrichtung von 45° !
Zur Bewertung der goniochromatischen Effekte haben sich z.B. die Beobachtungswinkel 25°, 45°, 70° bzw. 75° und 110° bewährt.

Weiter

Messgeometrie