1 Was ist Farbe? 2 Farbmetrik 3 CIELAB 4 Analytische FM 5 Farbrezeptierung 6 Diverse 7 EXCEL
Startseite 5 Farbrezeptierung Programm

5 Farbrezeptierung


Optische Daten Eichreihen Praxistipps Berechnung der optischen Daten Rezeptberechnung Programm Rezept-Korrektur Modellrezepte Pflichtenheft Praxistipps

Farbspiele Links Kontakt Autor Sitemap

Programm

Flussdiagramm eines FRB-Programmes

zur Farbrezept-Berechnung

Eingabemaske des BASF-COLOR-SYSTEM Programmes

zur Berechnung von Erstrezepten

Eingabefelder

Bei 1 ist das "Sortiment", d.h. die allgemeine Farbmittel-Auswahl aktiviert, die für die vorliegende Rezeptieraufgabe zu verwenden ist. Diese Auswahl ist rechts daneben in der Liste zu sehen, wo bei jedem Farbmittel die Pigment-Prozentigkeit der Pasten und die Bindemittelkonzentration des Pastenmediums angegeben sind.
Durch die Eingabe von Ziffern und/oder Buchstaben im Feld "Topf" kann die Kombinatorik der Pasten gesteuert werden um ungewünschte oder unsinnige Rezepte auszuschließen. Im allgemeinen wird das Programm als Hauptkomponente zunächst einmal das Bindemittel verwenden und dazu im ersten Durchgang Farbmittel 1, 2, 3, 4 und 5, weil unten bei 7 minimal = maximal = 6 Komponenten je Rezept vorgeschrieben wurden. Das Programm variiert "stupide" alle Kombinationsmöglichkeiten durch, auch wenn sie koloristisch sinnlos sind, beispielsweise wird mit der Kombination 1421+1422 (Orange) +1433 (Oxidrot) +1491 (Schwarz) +1492 (Weiß) das brillante RAL 3002 nicht erreichbar sein.

Insgesamt ergeben sich mit einem Sortiment aus n Farbmitteln in Kombinationen je m Elementen (hier ist m=5, weil das 6., das Bindemittel fest vorgegeben ist!) soviele Kombinationsmöglichkeiten, wie hier die Formel anzeigt .

In obigem Sortiment mit 9 Farbmitteln ergeben sich theoretisch 126 Rezepte mit je 5 Farbmitteln. Durch die Vergabe gleicher Ziffern in der Spalte "Topf" wird erreicht, dass diese Farbmittel nicht gleichzeitig in einem Rezept vorkommen dürfen. Mit Buchstaben gekennzeichnete Farbmittel - im Beispiel ist es das Oxidrot, das in der Topfspalte mit "A" markiert ist, müssen im Rezept vorkommen. Hier im Beispiel ist zusätzlich im Operandenfeld "OP" ein ">" angegeben, d.h. es ist nach Rezepten gefragt, die Oxidrot mit einer Konzentration > 0,00 enthalten! Solche Kombinationsvorschriften reduzieren
a) die Zahl der zu berechnenden Rezepte, bringen
b) Rezepte mit bevorzugten Komponenten.

Wird bei 2 der Schaltknopf angeklickt, so öffnet sich das Meßprogramm und die Vorlage - hier RAL 3002 - kann "eingemessen" oder eingelesen werden. Ebenso bei 3 die Meßwerte des weißen und des schwarzen Untergrundes. Der Name des schwarzen Untergrundes und der "Meßknopf" hierfür verschwinden, wenn bei 4 die Option "Kontrast-∆E" bgewählt ist. Dann wird nämlich das Rezept nur für den weißen Untergrund berechnet, ohne Rücksicht auf das Deckvermögen. Das Programm würde dann den einfachsten Weg gehen und zur Steuerung der Helligkeit wie bei einer Druckfarbe ohne Weißpigmentzusatz mit einer der Schichtdicke angepassten PVK zur Aufhellung das Weiß des Untergrundes verwenden - es sei denn man wählt bei 5 entweder die Pigmentierungshöhe (oder den Bindemittelgehalt) des flüssigen oder des festen Films.
Schließlich wird bei 6 die Schichtdicke angegeben, die natürlich bei vorgeschriebenem Kontrast- ∆E einen großen Einfluß auf die berechnete Pigmentierungshöhe hat.

Flussdiagramm Kasten 2

Farbkoordinaten der Vorlage
Aus den R-Werten der Vorlage werden für die gewählten Normlichtarten (meist D65/10° und A) die CIELAB-Werte als Ziel berechnet.

Kasten 3

Zusammenstellung einer Farbmittelauswahl
Kombinatorisch wird aus dem zur Verfügung stehenden Sortiment (im Beispiel eine Auswahl der für Rot infrage kommenden Farbmittel) eine den Kombinationsbedingungen entsprechende Auswahl von (im Beispiel 5) Farbmitteln getroffen.
Natürlich läßt sich die "Kombinatorik" wesentlich beschleunigen, wenn das Sortiment mit koloristischem Sachverstand zusammengestellt wurde. So hat z.B. ein Grün in einem Rotsortiment nichts zu suchen. (Es sei denn Grün war bereits in der Vorlage als "Schwarzmacher" enthalten und es gilt die Vorlage metameriefrei nachzustellen!)
Wenn es auf Rechenzeit nicht ankommt, kann man die Metameriefrage einfach dem fleißigen Programm überlassen. In schwierigen Fällen, z.B. bei Automobil-Reparatur- oder Möbellacken, wo extreme Anforderungen an Metameriefreiheit gestellt werden, wird es nicht ohne Identifizierung der in der Vorlage enthaltenen Pigmente gehen. Hierbei stellt die Farbmessung eine wertvolle Hilfe dar. Das Spektralphotometer "sieht" nämlich gewissermaßen die Ursache der Farbe: die spektrale Reflexion einer Farbe. Die Kenntnis des typischen Verlaufs der Remissionskurven der Eichfärbungen, welche mit dem in Verwendung stehenden Pigmentsortiment angefertigt wurden, verbunden mit der Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten bei der Überlagerung dieser Kurven, läßt nach einiger Übung die Identifizierung der in einer Vorlage enthal-tenen Pigmente bzw. die Entscheidung zu, ob und mit welchem der zur Verfügung stehenden Pigmente eine Vorlage entweder ohne oder doch wenigstens mit einer möglichst geringen Metamerie nachgestellt werden kann. Hilfreich sind hier gewiß Spektralphotometer, die an möglichst vielen Wellenlängen messen, etwa in 10 nm oder gar 5 nm-Schritten, weil bestimmte Kurvencharakteristika erst bei hoher Auflösung sichtbar werden. In Bezug auf die Genauigkeit bei der Rezeptermittlung selbst, bringen Messgeräte mit 10nm oder gar 5nm -Schrittweite allerdings keinen besonderen Vorteil vor Geräten mit 20nm Schrittweite.

Kasten 4

Lesen der optischen Daten
Die optischen Daten Aiλ und Siλ der aktuell ausgewählten Farbmittel werden aus der Datei abgerufen.

Kasten 5

Schätzung eines Rezeptes
Im ersten Durchgang werden als Näherung die im Sortiment angegeben Startkonzentrationen angenommen (z.B. 99,99% Bindemittel).
In den weiteren Iterationsschritten werden die gegebenen Ausgangskonzentrationen sinnvoll so verbessert, daß eine Annäherung an die Zielfarbwerte resultiert.

Kasten 6 und 7

Berechnung der Farbwerte des Schätzrezeptes
Berechnung der R-Werte für das Näherungsrezept und daraus der L,a,b-Werte

Abfrage
Ist ∆E = 0 oder ist ein Minimum erreicht?

Kasten 8 und 9

Festhalten des Resultates
Rezeptausgabe
Die Iteration wird auch dann abgebrochen, wenn keine weitere Annäherung an das Ziel erfolgt oder wenn eine vorher festgelegte Anzahl von Schritten (z.B. 15) nicht erfolgreich war.
Falls das (theoretische, d.h. rechnerische) ∆E des Rezeptes zur Vorlage kleiner ist als eine festgelegte Schwelle, wird es in die Ausgabeliste aufgenommen. In der Regel gibt
es eine ganze Reihe von Rezepten, wo ∆E=0 erreicht wird.
Die Liste kann nach verschiedenen Kriterien sortiert werden, z.B. nach Metamerie, nach Preis oder nach Korrigierbarkeit. Schlecht korrigierbar wäre ein Rezept dann, wenn z.B. ein Rot mit drei sehr ähnlichen Rotpigmenten erreicht wird, wo eine Verschiebung der Konzentrationsverhältnisse einen nur geringen Einfluß auf das ∆E hat.

Neustart des Programms
falls noch nicht alle möglichen Kombinationen ausprobiert wurden.

Weiter