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Checkliste für Farbrezeptierprogramme

Erstrezeptierung

  Programm-Teil Forderung Begründung
1 Eichreihen Können praxisgerechte Applikationen verwendet werden, oder verlangt das Programm deckende Applikationen? Mit den praxisüblichen Schichtdicken kann z.B. ein sattes Gelb auf s/w nicht decken. Der Untergrund wird also immer einen beträchtlichen Einfluss auf das Aussehen einer Lackierung haben. Das Programm muss nicht deckende Applikationen verarbeiten können.
2 Eingabe der Randbedingungen bei der Rezeptierung Welche Restriktionen und Kombinationsvorschriften für die zu verwendenden Farbmittel sind möglich? Wichtig ist u.A. die Forderung, dass die Summe aller Farbpasten (z.B. aus Verträglichkeitsgründen) nicht größer sein darf als eine angegebene Grenze.
2.1   Sind die Konzentrationen einzelner Farbmittel auf =, < oder > Minimalwert einzustellen? Die Verwendung von einzelnen Farbmitteln muss erzwungen werden können oder auszuschließen oder innerhalb bestimmter Grenzen zu halten sein.
2.2   Werden die R-Werte des weißen und schwarzen Untergrundes verlangt? Falls nicht, kann darauf geschlossen werden, dass das Programm den Untergrund nicht berücksichtigt.
2.3   Wird die Angabe der Schichtdicke verlangt? Falls nicht, kann das Programm bei nicht vollkommenden deckenden Schichten die R-Werte des Untergrundes bzw. sein Aussehen nicht berücksichtigen.
3 Berücksichtigung / Berechnung der Pigmentierungshöhe Kann die Pigmentierungshöhe fest vorgeschrieben werden? Das Programm muss unter Berücksichtigung des Bindemittelgehaltes der Pasten die Pigmentierungshöhe (fest auf fest oder flüssig) auf einen geforderten Wert einstellen können.
3.1   Kann die Berechnung der Pigmentierungshöhe unter Berücksichtigung des Untergrundes, der Schichtdicke und dem Kontrast-∆E dem Programm überlassen werden? Wenn das Programm mit den absoluten optischen Daten der Farbmittel rechnet, kann es die Pigmentierungshöhe derart berechnen, dass bei der gegebenen Schichtdicke über Weiß zur Vorlage ein ∆E = 0 und zwischen Weiß und Schwarz das geforderte Kontrast-∆E besteht.
3.2   Gewichtung des Deckvermögens? Falls 3.1 möglich, muss das Programm in der Lage sein, eine Gewichtung der Forderungen nach Deckvermögen und Farbgleichheit zur Vorlage vornehmen zu können.
       
4 Rezeptverwaltung und Datenbankfunktionen    
4.1   Können die zu korrigierenden Rezepte leicht gefunden werden? Die per Erstrezeptierung erzeugten Rezepte oder die bereits korrigierten Rezepte müssen leicht nach Datum und/oder Name gefunden werden.
4.2 Korrekturbedingungen Können die Korrekturbedingungen frei gewählt werden? Von einfacher ∆E-Minimierung bis ∆E-Minimierung bei vorgegebenem maximalem Korrekturzusatz oder mit minimaler Änderung der vorgegebenen Konzentrationen, festgelegter Pogmentierungshöhe usw.
4.3   Änderung der Ausgangskonzentrationen möglich? Die vom Programm berechneten Konzentrationen können oft nicht exakt so realisiert werden, wie sie vom System berechnet oder gespeichert wurden.
(Rundung von Kommastellen, versehentliche Fehldosierung)
Die angezeigten Konzentrationen müssen genau dem entsprechen, was in der Applikation enthalten ist, die nun zur Korrektur ansteht.
Falls dies nicht der Fall ist, müssen die Zahlenangaben berichtigt werden.
4.4   Angabe einer Nuancierkomponente? Sehr oft kann ein vorhandener Ansatz anstelle einer großen Änderung der Gesamtmenge durch Zusatz einer kleinen Nuanciermenge einer vorher nicht im Rezept befindlichen #Komponente korrigiert werden.
5 Rezeptierung auf Basis vorhandener Rezepte  
Stützpunktrezeptierung
Können die Datenbankfunktionen des Programms auch in der Weise genutzt werden, dass es das zu einer Vorlage farbmetrisch nächstgelegene Rezept findet und dieses sofern notwendig oder gewünscht auf die Vorlage hin korrigiert? Falls das Programm eine flexible Datenbank verwendet kann die Suche nach einem geeigneten vorhandenen Rezept auch mit erweiterten Suchkriterien verknüpft werden, wie die Suche nach Rezepten, die ganz bestimmte Farbmittel enthalten oder nicht enthalten.
6 Grundkonzept des Programms Art der Datenbank  
6.1   Verwendet das Programm eine dem Anwender offene Datenbank?
Hat der Anwender Zugriff auf die Datei der Messwerte und Rezepte etc.?
Arbeitet das Programm z.B. mit ACCESS oder einem anderen vergleichbaren Datenbanksystem, so können eigene "Berichte", wie z.B. Liste der Rezepte die bestimmte Kriterien erfüllen, gedruckt oder statistische Auswertungen in EXCEL vorgenommen werden.
6.2 Benutzerspezifische Gestaltung der Ein- und Ausgabemasken Bietet das Programm die Möglichkeit die Oberfläche eigenen Bedürfnissen anzupassen? Unterdrückung bestimmter nicht benötigter Felder. Auswahl und Anordnung von Ergebnissen, die anzuzeigen sind. Eigene Maskentexte.
6.3 Benutzer-Schnittstellen Möglichkeit, aktuell anstehende Werte mit selbst geschriebenen Programmen weiterzuverarbeiten? Spezielle firmenspezifische Auswertung, Ansteuerung von Dosiermaschinen etc.
7 Qualitätsprüfung    
7.1 Delta-E Kann der Benutzer die zu verwendenden Formeln wählen? DIN 6174 (CIELAB), CMC, CIE94, CIE2000, DIN99 etc.
7.2   Können die DE-Werte in Beziehung zu Toleranzen gesetzt werden? Kunden-/Auftragsspezifische Toleranzgrenzen, aufgesplittet in ∆L,
∆a, ∆b, ∆H, ∆C
7.3   Kann das Programm die Meßwerte in einem a,b-Diagramm mit Toleranzellipsen darstellen? Das CIElab-∆E definiert um den Standard grundsätzlich einen kugelförmigen Toleranzraum bzw. in der a,b-Ebene einen Toleranzkreis. ∆a, ∆b-Toleranzen sind nicht sehr sinnvoll, weil sie ein Toleranzrechteck (??) definieren. In Wirklichkeit liegen
empfindungsgemäß gliech weit von einem Standard entfernte
Farben auf Ellipsoiden bzw. Ellipsen in der a,b-Ebene.
7.4   Können Hue-Strahlen und Chroma-Kreise (Kreisbögen) in das a,b-Diagramm
eingeblendet werden?
Diese Polarkoordinaten des CIELAB-Systems lassen die Farbunterschiede zwischen Proben und Standard leichter als Buntton- und Buntheits-Differenzen interpretieren.
7.5 Qualitätskontrollprogramm Können die ∆E-Werte und die Komponenten ∆C, ∆H, ∆L einer Serie zusammengehöriger Proben in Bezug auf einen Standard als Linien-Diagramm
dargestellt werden?
zur Überwachung der Farbkonstanz von Lieferungen des gleichen
"Farbtons" sowie auch zur Überwachung der Langzeitkonstanz der
Farbmessgeräte anhand farbiger Kacheln.
7.6 Farbstärke und Rest-E Ist die Bestimmung der Farbstärke und des Rest-∆E (nach Angleich der Farbstärke)
nach DIN 55986 möglich?
Für die Eingangskontrolle der Farbmittel und die Überwachung der Farbstärke und der Farbkonstanz der Farbpasten eines Mischsystems ist ein solches Programm unabdingbar.
7.6.1   Können die Gleichstellungskriterien F-Summe, X, Y oder Z, Farbtiefe
frei gewählt werden?
Methode A
Methode B
Methode C
7.7 Deckvermögen Enthält das Programm bereits die Möglichkeit das Deckvermögen analog DIN 55987 iterativ zu bestimmen? Das Deckvermögen von bunten und unbunten Beschichtungsstoffen ist keineswegs proportional einem Helligkeitskontrast, der oft als Kriterium für das Deckvermögen heran-gezogen wird. Er lässt allenfalls ein Urteil " gleich, besser, schlechter" zu.
Mit gleichem Meßaufwand gestattet diese Methode ein quantitatives Urteil.

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